Samstag, 16. März 2019

Newsletter Habitat-HT


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Freitag, 8. März 2019

Wir sammeln für Familie Ilasma



Erdante ILASMA ist bei unserem ersten Besuch gerade dabei Küchlein aus Zuckerrohrsirup (bonbon siwo) zu backen. Auf dem Arm schaukelt sie einen 9 monatigen Jungen der Nachbarin – sie habe ihn kurz abgegeben um auf dem Markt einzukaufen. Mein Eindruck bestätigt sich mit jedem weiteren Besuch: Erdante ist eine Frau, die stets Anderen hilft – ungeachtet dessen wie wenig sie selbst hat.
Zu ihren 3 leiblichen Kindern im Alter von 10-14 Jahren versorgt sie eine Adoptivtochter (22), mit derem zweijährigem Kind, sowie einen Neffen und 3 weitere Nichten. Ihr Mann arbeitete in einer Fabrik in der Hauptstadt Port-au-Prince. Zu dieser Zeit erwarben sie das kleine Grundstück nah am Meer und begannen zuversichtlich das Fundament aufzuschütten. Beim Erdbeben im Januar 2010 wurde ihr Mann gemeinsam mit seiner Schwester von einer einstürzenden Hauswand erschlagen. Zwei Nichten überlebten das Unglück und konnten nach Gonaives zur Großmutter geholt werden. Darüber ist die Familie bis heute dankbar, denn viele Kinder sind spurlos verschwunden. Mit dem Todesfall erstarb viel Hoffnung. Die Nachbarn bestätigen: „Es waren Monate vieler Tränen.“ Erdante fand Gott und damit Trost. Heute ist sie wieder eine Frau, die das Beste aus dem macht, was ihr geblieben ist. Das Fundament liegt immer noch so da wie vor 8 Jahren. Die Blechhütte dahinter ist säuberlich aufgeräumt bei unserem spontanen Besuch, obwohl vor der Hütte der Schlamm steht. Es hat lediglich am Abend zuvor geregnet. Bei anhaltendem Regen überschwemmt auch die gesamte Hütte. Erdante ist mit ihren 45 Jahren durch ihre freundliche und hilfsbereite Art angesehen in der Nachbarschaft. Ihre Schule hat sie bis zum Fachabitur bestanden, dann eine Schneiderausbildung begonnen, die sie durch die Schwangerschaft nicht beenden konnte. Stolz zeigt sie eine kunstvoll bestickte Decke an der sie arbeitet.
Eine Latrine haben sie nicht. Wenn einen die Not überkomme, suche man sich einen Busch am Meer, hinter dem man seine Notdurft verrichte, erklärt Erdante.
In dieser Gegend gibt es keine Brunnen, das Wasser ist salzhaltig. Dusch- und Trinkwasser muss 800m auf der nächstgelegenen Straße eingekauft werden.


 
  
hinter diesen "Büschen" verrichtet man seine Notdurft  





Bonbon Siwo

Dienstag, 11. Dezember 2018

Dèus, Pierre, Racine ... Spendenhäuser als Weihnachtsgeschenk :-)

Zeitlich sind wir mit den Blogeinträgen bisschen hintendran...
Im Grunde ist es stets ein voller Alltag, daher könnte ich nicht sagen, dass der letzte Monat gefüllter war als die vorherigen :-)

Doch was wichtig ist: die Baustellen sind keineswegs hintendran. Im Gegenteil!

Familie Dèus bewohnt ihr Haus bereits seit Wochen:

 
 
Für Familie Pierre und Familie Racine sind wir auf dem Berg Labadie am Bauen:


Im Kinderdorf saniert HHT-engineering gleichzeitig das zweite Mitarbeiterhaus für unser europäisches Missionsehepaar, das im Januar nach Haiti ziehen wird:

Das gegenüberliegende Grundstück der bereits bestehenden Blockanlage wurde letzte Woche geebnet, die Mauer steht - der Einkaufder zweiten Blockmaschine ist im Gange in der Domnikatischen Republik und wir sind zuversichtlich im neuen Jahr die zweite Anlage mit einem zweiten Team in Betrieb nehmen zu können.

Viel Grund zur Freude!   

Freitag, 2. November 2018

Spendenhaus für Familie Déus

Die Baustelle für Familie Déus fordert uns heraus.
Die Steine und alle weitere Baumaterialien können nur bis 20 m vor dem Grundstück abgeladen und müssen das letzte Stück per Hand geschleppt werden.

Das Fundament steht und die Mauern werden ruck zuck hochgezogen. Die Familie packt fleißig mit an - anstrengend bleiben solche Umstände dennoch :-)




Dienstag, 16. Oktober 2018

Newsletter Oktober 2018



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Sonntag, 14. Oktober 2018

Lieblingstasche

Unser Freund Benson am anderen Ende der Straße im Jubilée Slum ist mir stets eine sprudelnde Quelle künstlerischer Schöpfungskraft. Bin begeistert über die vielen schönen Teilchen.Sein Anspruch auf Qualität und die Fertigung im Detail. Haiti ehren, seine Begabungen und Kultur entwickeln - raus aus den schlechten Schlagzeilen. Ach, es ist und bleibt mir ein Herzensanliegen.
Mitten drin in einem Stadtviertel in das die meisten Gonaiver gar keinen Fuß setzen wollen. 

"Made in Haiti" steht für ganz besondere Lebenskunst 
Alles sind handgefertigte Unikate. Absprachen über individuelle Fertigungswünsche sind jederzeit willkommen.


Laptoptasche

Shopper




Ziegenleder und Ziegenhaut ist ein Abfallprodukt. Ziegenfleisch ist ein Hauptnahrungsmittel in Haiti.



Sonntag, 7. Oktober 2018

Erdbeben Samstag Abends gegen 20:00

Ein heftiges Erdbeben überraschte uns gestern Abend mit mehreren Sekunden bebender Erde und lautem Grollen.
Alle rannten schockiert aus den Häusern. Gott sei es gedankt- niemand in unserem Bekanntenkreis wurde verletzt. Alle Häuser im Kinderdorf stehen.
Anrufe von Freunden bei ihrer Familie in Gron Morne ergaben andere Infos: diese Region wurde stärker getroffen, Hütten sind zusammengestürzt. Wir warten noch auf genaue Infos.

Unser defekter Fuhrpark macht es uns unmöglich  Soforthilfe in Mol Saint Nicolas oder Port-de Paix zu leisten. Unser Direktor Walner ist in Port-au-Prince auf einer Fortbildung, Dieufort auf dem Weg nach Leogane. Doch wir werden uns organisieren und gewiss Hilfe bringen - wie auch nach Hurrikan Matheuw etc.

Niemand konnte ruhig schlafen. Es gab mehrere kleine Nachbeben, die traumatisieren. Ängste und Erinnerungen an 2010 kommen hoch. Viele haben dieses Drama erlebt, andere haben die Geschichten gehört. Gerade diese Woche kam wieder einmal das Gespräch darauf - die Themen sind und bleiben präsent.

Unser gebeuteltes Haiti, unsre gebeutelte Mutter Erde.

Danke für alle, die für uns beten! Der Schock sitz noch in den Knochen.

Wieder einmal  dem Tod ins Gesicht geblickt- möge es uns Weisheit geben zu erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist...