Mittwoch, 24. Oktober 2012

Haiti - Abende in Landau

Habt Ihr Lust mehr über Haiti und HABITAT-HT zu erfahren,
 
 Fotos zu schauen, Berichten zu lauschen und einfach Zeit mit uns zu verbringen,
 
so seid Ihr herzlich eingeladen:
 
 
Am Sonntag, den 28.10. um 19:00 im Kreuz & Quer (gegenüber vom C&A) in Landau
 
 
und /oder
 
 
Am Donnerstag, den 8.11. um 19:00 im Gemeindehaus von Heilig Kreuz in Landau
 
 
Wir freuen uns auf Bekannte, noch Unbekannte, Familie, Freunde, ...
auf viele liebe Menschen!
 
Eure 4 Wittmers

Dienstag, 9. Oktober 2012

Ein Jahr Haiti



Ein Jahr Haiti  

Nun leben wir als Familie schon ein ganzes Jahr in Haiti. Eine willkommene Gelegenheit, um wiedermal innezuhalten und zu reflektieren:

 
Mit 8 Koffern für 4 Personen sind wir hier angekommen und wenn ich mir unsere Habseligkeiten heute betrachte, kann ich sagen, wir haben gelernt minimalistisch zu leben. Oft mehrere Tage ohne Strom, ohne Wasser, ohne den vielfältigen so liebgewonnenen europäischen Luxus, sind wir mitten eingetaucht in eine komplett andere Welt. In eine kunterbunte, kreative Welt, die voller Leben nur so sprudelt und gleichzeitig so viel Sterben in sich trägt. Haiti nach und nach verstehen zu lernen, das ist eine emotionale Entdeckungsreise, die keinen kalt lässt, der sein Herz wahrlich öffnet. Frust, Freude, Unverständnis und Begeisterung sind einige der Höhen und Tiefen, die man auf diesem Weg beschreitet. 

Ich (Martina) bin dankbar mich recht schnell sprachlich zurechtgefunden zu haben, denn die Sprache bleibt ein zentraler Schlüssel zum Ankommen in einem fremden Land. Unsere Mädchen (8 und 3 Jahre) sprechen mittlerweile fließend Kreol und im Gegensatz zu mir ohne jeglichen Akzent. Für unsere Kinder ist das Kinderdorf der Lebensmission ein reines Paradies mit den grünen Bäumen, dem Sportplatz, den unterschiedlichen Tieren, den vielen treuen Freunden und dem immerwährenden Sommerwetter. Wir haben das Vorrecht für Idiani die beste Schulbildung wählen zu können, so nahmen wir sie im Januar aus der haitianischen Schule und unterrichten sie seitdem per deutscher Fernschule eigenständig Zu Hause. Charline wird weiterhin ihre Freiheit genießen, da das haitianische Kindergartensystem sehr strikt ist und ich mich dagegen sträube mein Kind züchtigen zu lassen, nur weil es mit 3 Jahren nicht 4 Std brav auf der Schulbank sitzen mag. Ein wahrer Segen war unsere Gesundheit, denn wir sind uns bewusst diesbezüglich ein stetes Risiko einzugehen, in einem Land, in dem die medizinische Versorgung sehr zu wünschen übrig lässt.  


Wenn ich betrachte, wie viele wertvolle Kontakte wir bereits innerhalb eines Jahres knüpfen konnten, wie viele Beziehungen sich nach und nach ganz sachte und zart entwickelt haben, dann bestätigt mir mein Herz, dass wir am richtigen Platz sind. All die rauen Alltagshindernisse bei der Bewältigung von –aus europäischer Sicht- noch so simplen Dingen, vermindern nicht die Freude am Erfolg, zu beobachten wie sich Menschen entwickeln, in die man investiert und die alternativ keinerlei Zuversicht auf eine gelungene Zukunft hätten. Uns mag das Säen im wahrsten Sinne des Wortes einigen Schweiß kosten, doch es ist ein Vorrecht schon nach einem Jahr Frucht sehen zu dürfen und wir werden es am Ende mit Freude gemeinsam einfahren. 

Allen unseren Besuchern möchte ich von Herzen danken, dass sie sich eingelassen haben unser Leben mit uns zu teilen, es zu bereichern und ein Stück Heimat mitzubringen (u.a. Salami :-). Wir freuen uns schon auf das weitere neue Jahr in Haiti und hoffen wieder sehr viele Besucher willkommen heißen zu können!




Zugleich ist es ein Jahr HABITAT-HT


Ein Jahr Bauprojekt HABITAT-HT war gefüllt von unbeschreiblich viel Arbeit, doch im Rückblick können wir auch gerade deshalb die vielen Erfolge verzeichnen, die wir in so kurzer Zeit bewirken durften. Die Einrichtung eines Büros, inklusive Anlernung der Sekretärin, über die Anschaffung des nötigen Fuhrparks sowie der notwendigen Maschinen und Baumaterialien, bis hin zum Kontakte knüpfen zu den großen Baumärkten in Haiti mit ihren Zwischenhändlern vor Ort. Zudem wurde das Bauteam angestellt, mehrmals modifiziert, erweitert und dessen Weiterbildung und Spezialisierung gewährleistet.
4 komplette Spendenhäuser haben unsere treuen Unterstützer ermöglicht, eine weitere Dachsanierung ist momentan in Konstruktion und wird wohl noch vor dem nächsten Zyklon fertig. Gleichzeitig durften wir mehrere Schreiner- und kommerzielle Bauaufträge realisieren.  Die Ingenieure von HABITAT-HT haben desweiteren unzählige Angebote ausgearbeitet, doch auch auf Haiti lebt man in einer harten Geschäftswelt, in der man Absagen wegstecken lernen muss, doch es stehen ebenso noch einige Angebote aus und wir sind zuversichtlich weitere Bauaufträge zu erhalten. Für den kommerziellen Zweig konnten wir die korrekte Existenzgründung einer haitianischen Baufirma nun endlichabzuschließen -die Bürokratie ist in Haiti noch komplizierter als in Deutschland. 

Es freut mich von Herzen zu sehen, was ein regelmäßiges Gehalt innerhalb der Familien unserer Bauarbeiter bewirkt: ALLE Kinder gehen zur Schule und einige wechseln nun sogar auf bessere Schulen, die dementsprechend teurer sind. In 1 Familie konnte eine schon lange notwenige LeistenOP durchgeführt werden, die Angehörigen essen regelmäßig und ausgewogener. Als Frau besuche ich gerne die Frauen der Mitarbeiter zu Hause und erlebe, wie viel Hoffnung und Freude HABITAT-HT in diesem Sinne „indirekt“ vermittelt. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist ein Slogan, der in Mode und somit in aller Munde ist. Die Realisierung dessen mag uns oft viel Kraft kosten, da sich HABITAT-HT mit den haitianischen Begebenheiten, Traditionen und ganz eigenen kulturellen Idealen auseinandersetzen muss. So wissen wir unsere Kooperation der Leiter, der unterschiedlichen Kulturen, Bildungstandards und Arbeitserfahrungen umso mehr zu schätzen, die stets fruchtbar endet und sehr wertschätzend gelebt wird. 

Für das zweite Jahr HABITAT-HT wünschen wir uns, den Spendenzweig weiterhin auszubauen und parallel auf dem Bausektor in Haiti Fuß zu fassen, um eine langfristige Autonomie zu gewährleisten.

Ein ganz besonderes Dankeschön an all unsere Unterstützer, ohne die all dies nicht möglich wäre!
Möge auch das weitere Jahr seine Frucht bringen – zum Wohle Haitis!

- Wir hoffen ganz viele von Euch nun in ein paar Tagen persönlich zu sehen und uns mit Euch auszutauschen! - 




Montag, 1. Oktober 2012

Deutschlandbesuch

 Wir reisen am 13. Oktober nach Deutschland.

Dieufort fliegt am 4. November zurück, um eine größere Baustelle in Leogane zu beginnen, während Martina mit den Mädchen bis zum 19. November bleiben wird.

Wir freuen uns darauf viele von Euch persönlich zu sehen und von unserem ersten Jahr zu berichten! 

Alle HABITAT-HT Freunde und Spender werden Gelegenheit haben die verschiedensten Fragen loszuwerden und sich mit uns gemeinsam daran zu freuen, zu sehen, was durch Ihre Spenden in Haiti realisiert werden konnte!

Sehr gerne nehmen wir spezielle Termine wahr, bei denen wir anhand einer Präsentation von unserem Projekt berichten und interessierte Menschen an unserer Vision teilhaben lassen.

Ist Ihr Freundeskreis, Ihre Familie oder Sind Ihre Kollegen ebenso neugierig, so können Sie uns gerne unter der folgenden Email kontaktieren, um bereits im Voraus einen günstigen Termin zu vereinbaren.

Martina.wittmer@habitat-ht.org


Wir freuen uns auf Euch!!!

Sonntag, 30. September 2012

Dacharbeiten

Im Auftrag der Lebensmission Jesus für Haiti e.V. renovierte HABITAT-HT zwei Dächer auf deren Kinderdorfgelände in Gonaives. Die seit 20 Jahren bestehenden Bauten wiesen undichte Stellen auf, so dass bei Regenfällen das Depot- und Bürogebäude Schaden nahm.
Nun ist alles wieder dicht und das Dach glitzert in wunderschönem Blau :-)











Samstag, 22. September 2012

Fertigstellung eines Wohnhauses





 
Im Jahr 2000 kaufte Familie Simon das Grundstück und begann mit dem ersten Spatenstich des 4-Zimmerhauses. Das Fundament konnte sogleich erstellt werden, dann stoppte der Bau. Die Mutter versorgte ihre Familie stets durch einen kleinen Kommerz auf dem Markt und bemühte sich durch zusätzliche Näharbeiten u.ä. etwas Geld für den Bau zur Seite zu legen. Große Sprünge waren jedoch nicht möglich. Beim ersten Zyklon 2004 verlor sie all ihre Ware. Beim zweiten Zyklon im Jahr 2008 wurde zudem das Haus ihrer Schwester, in dem die Familie in der Zwischenzeit mit weiteren Geschwistern wohnte, schwer beschädigt. So legten alle zusammen und das Angesparte floss nicht in den Neubau, sondern in die notwendigen Reparaturarbeiten des alten Schwesternhauses.
2007 trennten sich die Eltern, der Vater zog in die Hauptstadt, wo er sich im Januar 2010 mit dem nackten Leben aus seinem angemieteten Zimmer retten konnte. All sein Hab und Gut verlor er in den Trümmern.
In der Zwischenzeit wurden nach und nach die Grundmauern hochgezogen, doch durch die vielen Jahre Wartezeit begann der Bau bereits wieder zu zerfallen. 

Dies ist eine von sehr vielen Familiengeschichten in Haiti. Man beginnt eines Tages zu bauen ohne stichfesten Finanzplan. Zusätzliche Naturkathastrophen, Krankheiten oder Todesfälle brauchen die schwer erkämpften Ersparnisse auf. Was aus europäischer Sicht nach reiner Fehlplanung aussieht, ist haitianische reale Abhängigkeit von den unvorhersehbaren Lebensumständen. So ist so manches Haus auch nach 11 Jahren noch nicht ferstiggestellt.

HABITAT-HT erarbeitetete mit Familie Simon einen Finanzierungsplan, vermittelte Sie an gewisse Finanzgeber und beschloss den Bau zu beenden. Da diese Familie nicht unseren Kriterien des spendenbegünstigten Sozialbaus entspricht, wurde ein Vertrag unterzeichnet, wonach HABITAT-HT die kompletten Einlagen durch anteiligen Anspruch (2 Zimmer) an den zukünftigen Jahresmieten rückerstattet bekommt.



Toilette und Dusche
Innenansicht



seitliche Eingänge für Untermieter


Mittwoch, 22. August 2012

Caribbean Hope


 Hervè lebte als Waisenkind mehrere Jahre im Kinderdorf der Lebensmission, bevor er über Umwege nach Amerika kam und dort Medizin studierte. Inzwischen hat er die Organisation "Caribbean Hope" gegründet, mit dem Ziel, mehrere Kliniken in der Karibik aufzubauen, um den medizinischen Standard anzuheben. In diesem Prozess, begleitet er immer wieder Einsatzteams, die in Haiti kostenlose Konsultationen vornehmen.
So durften wir 3 amerikanische Medizinstudenten mit einem Arzt willkommen heißen und Nachbarn, Patenschaftsfamilien, Mitarbeiter sowie Waisenkinder einladen, um eine qualitative Gratisuntersuchung zu erhalten. Eine einmalige Gelegenheit. Es kamen über 250 Menschen, die in der Hitze des Sommertages teilweise über 5 Stunden geduldig warteten. Dank der bereits vorhandenen Spenden und der von Caribbean Hope mitgebrachten Medikamenten, konnten über 200 Personen effektiv behandelt werden.


 Ein junges Leben berührte uns speziell: Marckendy ist fünf Jahre alt und hat akutes AIDS. Sein Körper leidet seit Monaten an mehreren offenen Infektionen und er ist bereits sichtlich geschwächt. Da sitzt nun dieser bildhübsche kleine Junge mit seinen großen braunen Augen und guckt Dich erwartungsvoll an. Er saugt jede Zuneigung mit solch einem Hunger auf, dass man ihn gar nicht mehr loslassen möchte. Seine Eltern sind bereits an AIDS verstorben.  Eine Tante nahm ihn auf, hat jedoch nicht die finanziellen Mittel, um ihn ausreichend zu ernähren, geschweigedenn die nötigen Arztbesuche zu bezahlen. In den staatlichen Krankenhäusern ist die AIDS-Medikamention in Haiti komplett kostenlos, doch die zusätzlichen Infektionen müssen schließlich auch behandelt werden.

So sind wir auf der Suche nach einem Paten, der durch einen monatlichen Betrag Marckendys Leiden erleichtert und die Tante unterstützt, ihn auf seinem Weg würdevoll zu begleiten. Falls Sie daran Freude haben, so setzen Sie sich bitte mit dem Büro der Lebensmission in Landau in Verbindung: Lebensmission@t-online.de











Martina ist -dank sei Gott- inzwischen wieder komplett genesen und fit.
Vielen Dank für all Eure Anteilnahme!

Mittwoch, 8. August 2012

Malaria

Die Laborergebnisse haben den Verdacht bestätigt: Martina hat Malaria.

Neben Dauerschmerzen und wiederkehrendem Fieber bin ich einfach von Herzen froh darüber, dass ich mir einen kompetenten Arzt und entsprechende Medikamente leisten kann!

Zudem werde ich von unserer Kräuterfee Emilia 4x täglich mit einem Blättersud abgeduscht und mit haitianischen Spezialtees versorgt. Durchkämpfen muss sich der Körper eben dennoch...