Mittwoch, 10. April 2013

9. Spendenhaus

Innerhalb von 3 Wochen konnte ein weiteres Spendenhaus in Gonaives für eine obdachlose Familie gebaut werden.

Neben all den vielen anderen Baustellen bleibt dies stets unser Herzensanliegen und so freuen wir uns gemeinsam mit Familie Nazaire, die nun ein neues Zu Hause bewohnen dürfen.

Lorial Nazaire ist bereits 57 Jahre alt. Ihre Ehe war jahrelang von Gewalt gekennzeichnet, bis sie es schaffte sich vor 3 Jahren von ihrem Mann zu trennen. Seit dem lebt sie mit ihren 3 Kindern immer wieder Unterschlupfweise bei Leuten, die bereit waren sie alle 4 für eine gewisse Zeit aufzunehmen. Teilweise verbrachten sie einzelne Nächte auf gewissen Dächern als Obdachlose.
Früher handelte Familie Nazaire mit Alu und Wellblechen, doch beim Zyklon Anna im Jahr 2008 verloren sie all ihr Hab und Gut und somit auch die Grundlage für einen neuen Handel in den Fluten.

Ein Neffe, der noch USA ausgereist ist, kaufte Lorial im Jahr 2003 ein Grundstück. Auf ihn wurde viel Hoffnung gesetzt, doch er verstarb leider im Jahr 2009 an einem schweren Autounfall. Anderweitige Verwandte, die helfen könnten, gibt es nicht.

Lorial selbst hat die Schule nur bis zur 6. Klasse besucht, die Eltern legten keinen Wert auf Schulbildung und profitierten von der ganztätigen Hausarbeit ihrer Tochter. Heute backt Lorial auf Bestellung kleine Kuchen und versucht somit ihre Tochter und 2 Söhne zu versorgen.

Habitat-HT entschied für Familie Nazaire  ein Zwei-Zimmer-Häusschen auf ihr Grundstück zu bauen mit einer Toilette und Dusche hinter dem Haus. So können sie wieder auf eigenständigen Beinen leben und hoffentlich auf anderweitig wieder auf die Füße kommen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Spender, die dies ermöglichen!




Schlüsselübergabe


Sonntag, 31. März 2013

"Papa, unser Held"

Ganze 2 Wochen gab es kein Wasser auf dem gesamten Kinderdorfgelände. Mehrere Techniker, Elektriker und viele viele Besserwisser (in Haiti nennet sich jeder Zweite "Boss") probierten sich an dem Pumpsystem, den Generatoren, jeglichen Kabeln etc. Letztendlich wurde eine sehr teure neue Pumpe in Port-au-Prince gekauft, die jedoch nicht fachgerecht installiert werden konnte:  immer noch kein Wasser... ein Graus.

In Europa lade ich alle herzlich ein, sich neu Gedanken zu machen, wie oft man am Tag - eben ohne darüber nachzudenken- den Wasserhahn öffnet. Zum Waschen, Duschen, Händewaschen, Ablagen Abwischen, Putzen, Gemüse säubern, Kochen, fürs Geschirr, zum Trinken, für den Hund, zum Blumengießen, Toilette spülen, ... All dies Wasser in Eimern heranzuschleppen, ständig Dreck darin zu finden, bei 35 °C mit einer geringen Menge zu duschen,... (es bleibt Theorie, ich bin mir bewusst).

Mein Mann kam Mittwoch Abends von Leogane zurück und verbrachte den Donnerstag Vormittag damit, Einzelteile für die Pumpeninstallation zu besorgen. Am Nachmittag ging es dann an die Praxis und gegen 5 Uhr floss wieder Wasser!

Idiani Zitat: "Papa, unser Held!"

Es lebe mein Mann, es lebe der Kopf von Habitat-HT und alle Ingenieure, denen nichts zu schwer ist :-)

Und es lebe der besondere Segen des fließenden Wassers!!!

Donnerstag, 21. März 2013

Wassermangel




SOOOO elegant sehe ICH nicht aus

- während ich am Tag ca. 4 große Bokit (entspricht je 6 Liter) Dusch - und Spülwasser herbeischleppe und 2 Trinkwassergalonen vom Nachbar einkaufe!

Seit Freitag ist unsere Pumpe im Kinderdorf kaputt, so dass wir ohne fließend Wasser leben. Für mich ein Graus.
Doch wie oft schreibe ich in den Patenschaftsberichten genau das: "Wasser wird beim Nachbarn von Hand aus dem Brunnen gezogen und Trinwasser muss extra eingekauft werden."

Man be-greift Dinge eben doch erst dann, wenn man sie selbst er-lebt :-)

Donnerstag, 14. März 2013

Artisana

Zwei Nachbarsjungs, 18 und 20 Jahre alt, kamen gestern vorbei und zeigten ganz schüchtern, was sie so kreieren.
Wunderschön!


Dieusa und Dieufelson

Sonntag, 10. März 2013

Handmade: Knochensteine

so werden bei uns Knochensteine hergestellt... Handmade mit viel viel Schweiß und Fleiß


Zwei Arbeiter stellen in 4 Tagen 1.400 Knochensteine her, das sind 50 in der Stunde. Man bedenke, im Februar sind es angenehme 32 °C auf Haiti. 

Montag, 4. März 2013

ein Engel in Zivil, der Fliesen legt

Von Herzen ein dickes Dankeschön an Rita und Christoph, die 2 Wochen bei uns in Haiti verbracht haben und mit Händen und Füßen, sowie einem Mix aus Kreol, Französisch, Spanisch, Englisch und Deutsch gemeinsam mit den HABITAT-Jungs gefliest und geackert haben.
Letztendlich geht es um die praktische Arbeit; einer lernt vom Anderen und verschiedene Kulturen lernen sich gegenseitig schätzen, reichen sich die Hände, um Haiti voranzubringen. 

Wir haben die Zeit mit Euch genossen! Ihr seid wunderbar!





Zusätzlich gab Rita einen Erste Hilfe Kurs für die Mitarbeiter:


und Christoph beglückte die Kinderdorfkids mit einer Zaubershow: