Die Baustelle für Familie Déus fordert uns heraus.
Die Steine und alle weitere Baumaterialien können nur bis 20 m vor dem Grundstück abgeladen und müssen das letzte Stück per Hand geschleppt werden.
Das Fundament steht und die Mauern werden ruck zuck hochgezogen. Die Familie packt fleißig mit an - anstrengend bleiben solche Umstände dennoch :-)
Hier finden Sie künftig Neuigkeiten der Familie Wittmer die sich im Oktober 2011 auf den Weg nach Haiti gemacht hat um sich dort für Land und Menschen zu engagieren und das Projekt HABITAT-HT zu betreuen. Mehr dazu finden Sie unter www.habitat-ht.org
Freitag, 2. November 2018
Dienstag, 16. Oktober 2018
Newsletter Oktober 2018
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Sonntag, 14. Oktober 2018
Lieblingstasche
Unser Freund Benson am anderen Ende der Straße im Jubilée Slum ist mir stets eine sprudelnde Quelle künstlerischer Schöpfungskraft. Bin begeistert über die vielen schönen Teilchen.Sein Anspruch auf Qualität und die Fertigung im Detail. Haiti ehren, seine Begabungen und Kultur entwickeln - raus aus den schlechten Schlagzeilen. Ach, es ist und bleibt mir ein Herzensanliegen.
Mitten drin in einem Stadtviertel in das die meisten Gonaiver gar keinen Fuß setzen wollen.
"Made in Haiti" steht für ganz besondere Lebenskunst
Alles sind handgefertigte Unikate. Absprachen über individuelle Fertigungswünsche sind jederzeit willkommen.
Mitten drin in einem Stadtviertel in das die meisten Gonaiver gar keinen Fuß setzen wollen.
"Made in Haiti" steht für ganz besondere Lebenskunst
Alles sind handgefertigte Unikate. Absprachen über individuelle Fertigungswünsche sind jederzeit willkommen.
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| Laptoptasche |
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| Shopper |
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| Ziegenleder und Ziegenhaut ist ein Abfallprodukt. Ziegenfleisch ist ein Hauptnahrungsmittel in Haiti. |
Sonntag, 7. Oktober 2018
Erdbeben Samstag Abends gegen 20:00
Ein heftiges Erdbeben überraschte uns gestern Abend mit mehreren Sekunden bebender Erde und lautem Grollen.
Alle rannten schockiert aus den Häusern. Gott sei es gedankt- niemand in unserem Bekanntenkreis wurde verletzt. Alle Häuser im Kinderdorf stehen.
Anrufe von Freunden bei ihrer Familie in Gron Morne ergaben andere Infos: diese Region wurde stärker getroffen, Hütten sind zusammengestürzt. Wir warten noch auf genaue Infos.
Unser defekter Fuhrpark macht es uns unmöglich Soforthilfe in Mol Saint Nicolas oder Port-de Paix zu leisten. Unser Direktor Walner ist in Port-au-Prince auf einer Fortbildung, Dieufort auf dem Weg nach Leogane. Doch wir werden uns organisieren und gewiss Hilfe bringen - wie auch nach Hurrikan Matheuw etc.
Niemand konnte ruhig schlafen. Es gab mehrere kleine Nachbeben, die traumatisieren. Ängste und Erinnerungen an 2010 kommen hoch. Viele haben dieses Drama erlebt, andere haben die Geschichten gehört. Gerade diese Woche kam wieder einmal das Gespräch darauf - die Themen sind und bleiben präsent.
Unser gebeuteltes Haiti, unsre gebeutelte Mutter Erde.
Danke für alle, die für uns beten! Der Schock sitz noch in den Knochen.
Wieder einmal dem Tod ins Gesicht geblickt- möge es uns Weisheit geben zu erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist...
Alle rannten schockiert aus den Häusern. Gott sei es gedankt- niemand in unserem Bekanntenkreis wurde verletzt. Alle Häuser im Kinderdorf stehen.
Anrufe von Freunden bei ihrer Familie in Gron Morne ergaben andere Infos: diese Region wurde stärker getroffen, Hütten sind zusammengestürzt. Wir warten noch auf genaue Infos.
Unser defekter Fuhrpark macht es uns unmöglich Soforthilfe in Mol Saint Nicolas oder Port-de Paix zu leisten. Unser Direktor Walner ist in Port-au-Prince auf einer Fortbildung, Dieufort auf dem Weg nach Leogane. Doch wir werden uns organisieren und gewiss Hilfe bringen - wie auch nach Hurrikan Matheuw etc.
Niemand konnte ruhig schlafen. Es gab mehrere kleine Nachbeben, die traumatisieren. Ängste und Erinnerungen an 2010 kommen hoch. Viele haben dieses Drama erlebt, andere haben die Geschichten gehört. Gerade diese Woche kam wieder einmal das Gespräch darauf - die Themen sind und bleiben präsent.
Unser gebeuteltes Haiti, unsre gebeutelte Mutter Erde.
Danke für alle, die für uns beten! Der Schock sitz noch in den Knochen.
Wieder einmal dem Tod ins Gesicht geblickt- möge es uns Weisheit geben zu erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist...
Samstag, 6. Oktober 2018
Jeden Abend Regen
Die Regenzeit hat begonnen und somit auch wieder die Zeit der schlammigen Straßen und anschwellenden Kanälen. Unheimlich. Jedes Jahr aufs Neue.
Gonaives liegt teilweise unter dem Meeresspiegel. Die Kanäle wurden zwar nach der letzten Flut 2008 geplant und sind seit 2 Jahren fertiggestellt. Doch der Ablauf scheint im Wohnviertel 2 km vor der Mündung ins Meer völlig unmöglich.
Bagger schaufeln fleißig seit September die Kanäle frei von dem angesammelten Schlamm und Müll. In den höher gelegenen Stadtteilen grünt wunderschönes Schilf und wilde Wiese in den Kanälen, so dass sich dort Kühe und Ziegen tümmeln. Schweine sind auch zu finden, da sie im Müll Leckereien finden und sich im Schlamm suhlen. Mit dem Beginn der Regenzeit müssen sich die Tiere nun einen anderen Platz suchen.
Während wir die kühlen Nächte genießen und dem brasselnden Regen lauschen schweifen die Gedanken hin zu den Familien, die wir tagsüber besuchen. In undichten Verschlägen, nahe am Meer, ungefestigte Böden oder am Berghang dem Wind ausgesetzt, in Angst vor einem Erdrutsch...
Verständlich, dass die Einwohner von Gonaives Regen nicht mögen.
Am nächsten Morgen scheint die Sonne wieder, der Gestank des modernden Wassers, das in Pfützen, Straßenmündungen und Kanälen steht quält die Nase.
Unsere Straße Rue Christophe soll bis 2020 geteert werden- das ist ein weiterer Schritt. Es sind noch so viele weitere Schritte zu gehen.
Letzte Woche kam wieder mitten im Gespräch mit Freunden der traurige Satz auf: "Hochzeitsbilder? Nein, all diese Fotos und Dokumente unserer Kinder haben wir in der Flut verloren."
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| Kanalmündung auf den Meeresstrand hinter den Mangroven |
Dienstag, 18. September 2018
Wieso wir wählerisch geworden sind
Ein lieber Spender, der sich etwas tiefsinniger mit unserem Projekt auseinandersetzte stellte gute Fragen bezüglich der Auswahlkriterien der begünstigten Familien.
Unsere Antworten könnten auch für Euch interessant sein :-) Daher hier ein Auszug aus dem Brief.
Unsere Antworten könnten auch für Euch interessant sein :-) Daher hier ein Auszug aus dem Brief.
..."fühle mich reich beschenkt durch Menschen wie Sie, die
hinter unserem Projekt stehen und Haitianern ganz konkret und sehr
großzügig helfen möchten. Insbesondere
möchte ich Ihnen danken, dass Sie sich mit Habitat-HT auseinandersetzen
und etwas tiefer blicken möchten.
Nun möchte ich weiter ausholen, um Sie in die Statuten, das
Konzept, sowie die alltäglichen Herausforderungen vor Ort etwas mit hinein
nehmen zu können, um ein umfassenderes Verständnis zu ermöglichen.
Gerne schicken wir Ihnen die Projektbeschreibung zu. Die
Form der Genehmigung der Anträge wurde im Februar dieses Jahres vereinfacht, so
dass das Formular überarbeitet wurde.
Die Auswahlkriterien sind die Gleichen wie zu Projektbeginn 2010, nur dass in
den ersten Jahren ausschließlich Erdbebenopfer begünstigt wurden.
Innerhalb der 8 Jahre in denen wir das Projekt voranbringen,
durften wir viele schöne Erfahrungen sammeln, zugleich auch andere, an denen
wir hinzulernen möchten. Ein Spendenhaus verlangt eine beträchtliche Summe. Manche
Familie ist zwar in gewissem Sinne bedürftig, lügt jedoch um zu solch einem
Haus zu kommen. In einem korrupten Staat wie Haiti wird dies gesellschaftlich
nicht als unmoralisch, sondern als besonders klug bewertet. Die
Familienzugehörigkeit könnte in Deutschland einfach anhand von Geburtsurkunden
und Abstammungsregistern überprüft werden. In Haiti existiert hier kein
staatliches verlässliches Archiv. Viele haben keine Urkunden, andere haben 5
verschiedene. In einem Fall wurde uns Jahre nach Hausübergabe klar, dass wir
betrogen wurden und man Kinder von Nachbarn ausgeliehen hatte, um uns eine kinderreiche
Familie vorzutäuschen, während die Frau in Wahrheit die Schwester war. In einem
anderen Fall bauten wir ohne spezielle Nachprüfung der Grundstückspapiere.
Mitten im Mauern kam die Polizei mit Schlagstöcken auf die Baustelle. Alle
Arbeiter rannten davon, außer einer unserer Treuen Verantwortlichen – der wurde
dann von den Polizisten in die Zelle gesteckt und wir mussten ihn gegen
Lösegeld freikaufen. Wir hätten alle unsere Baumaterialien und Werkzeuge in
diesem Moment verlieren können, hätte nicht ein anderer Mitarbeiter aus
sicherer Entfernung gewacht und wäre er nicht nach Abfahrt der Polizei sofort
zurückgekehrt und hätte Dieufort angerufen. Nun fragen Sie sich sicherlich
„Wieso all dieser Aufruhr?“ Das Grundstück wurde mehrfach verkauft, wobei jeder
Käufer notarielle Papiere nachweisen kann. So zahlte ein Käufer die Polizei, um
ihm tatkräftig Recht zu verschaffen und unsere Klientin daran zu hindern ihr
(ihrer Meinung nach rechtmäßig erworbenes)
Grundstück zu bebauen. Man würde meinen, dass die Baustelle pausierte,
bis der Rechtsstreit gelöst sei und dann fertig gestellt werden könne. Ohne
zuverlässige Grundstücksbücher und Rechtssysteme steht diese angefangene
Baustelle bis heute noch so wie wir sie verließen. Für Habitat-HT war dies eine
große Lehre, denn wir haben Spendengelder und beinahe unser gesamtes Werkzeug
verloren, sowie unser Team in Gefahr gebracht. Nun sind wir vorsichtiger, prüfen
mehrfach die Grundstückspapiere, fragen in der Nachbarschaft nach und holen
über einen längeren Zeitraum Informationen ein.
Bedürftige Familien gibt es wie Sand am Meer, daher kann ich
gut verstehen, dass sich Europäer fragen, was denn so schwierig daran sein mag
Familien auszuwählen und ihnen zu einem Haus zu verhelfen, wenn sich denn ein
Spender gefunden hat. Laut unseren Statuten finanzieren wir kein Grundstück:
die Familie muss bereits eines besitzen, wodurch sich der Kreis der möglichen
Begünstigten stark begrenzt.
Es kann ebenso vorkommen, dass Spenden für ein Haus zur
Verfügung stehen, der Bauantrag vom Vorstand bereits genehmigt ist, doch unser
Bauteam noch mit anderen konventionellen Baustellen beschäftigt sind und es so zu Verzögerung
kommt. Habitat-HT kann unseren Projektleitern kein regelmäßiges angemessenes monatliches
Gehalt zahlen, weswegen sie sich überwiegend durch andere Projekte finanzieren.
Dies war von Beginn an so vorgesehen, dass kommerzielle Projekte die sozialen
Projekte finanziell stützen und damit auch die Haitianer einen Beitrag leisten
und die Spender entlasten. Dies hält unsere Verwaltungs- und Gehaltskosten so
gering und ermöglicht es die Häuser in diesem Preisrahmen anzubieten.
Ein letzter Punkt möchte ich Ihnen noch nennen, der unseren
Fuhrpark betrifft. Viele bedürftige Familien wohnen hoch am Berg oder in fast
unzugänglichen Geländen, da sie sich kein gut gelegenes Grundstück leisten
können. Die Häuser und Latrinen sind so berechnet, dass Benzingeld, Fahrer und
eine normale Inspektion durch den Projektpreis abgedeckt sind. Reparaturen,
hoher Verschleiß der Reifen etc. sind nicht inbegriffen. Diese Kosten wurden
meist privat von uns als europäische Projektleiter finanziert. Inzwischen
versuchen wir gewisse Grundstücke zu vermeiden, da unser kleiner LKW und der
PickUp ins hohe Alter kommen und wir nach mancher Baustelle hohe Kosten hatten
und eine Neuanschaffung von Fahrzeugen aktuell nicht möglich wäre.
Für den aktuellen Bauantrag für Familie Racine haben wir vereinbart, dass wir Sand, Zement, Wasser etc. von
anderen Zulieferern anfahren lassen, um unseren geschwächten Fuhrpark zu
schützen, da auch diese Familie hoch oben am berg wohnt und es keine geteerte Zufahrtsstraße gibt."
...
Sind auch bei Euch Fragen aufgetaucht? Wir freuen uns über eine Mail, oder ein Briefchen :-) und gehen gerne auf Eure Fragen oder Anregungen ein.
Es tut gut, wenn sich Menschen nicht nur für die Erfolgsgeschichten interessieren, sondern auch bereit sind
einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, wo es oft etwas mühsam zugeht. Doch
es hat uns niemand versprochen, dass es leicht werden wird – und ganz
sicherlich ist es kein Grund das Handtuch zu schmeißen.
Herzlichen Dank für
alle Anteilnahme und alle Spenden. Es bleibt spannend.
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