Nun ist alles wieder dicht und das Dach glitzert in wunderschönem Blau :-)
Hier finden Sie künftig Neuigkeiten der Familie Wittmer die sich im Oktober 2011 auf den Weg nach Haiti gemacht hat um sich dort für Land und Menschen zu engagieren und das Projekt HABITAT-HT zu betreuen. Mehr dazu finden Sie unter www.habitat-ht.org
Sonntag, 30. September 2012
Dacharbeiten
Im Auftrag der Lebensmission Jesus für Haiti e.V. renovierte HABITAT-HT zwei Dächer auf deren Kinderdorfgelände in Gonaives. Die seit 20 Jahren bestehenden Bauten wiesen undichte Stellen auf, so dass bei Regenfällen das Depot- und Bürogebäude Schaden nahm.
Nun ist alles wieder dicht und das Dach glitzert in wunderschönem Blau :-)
Nun ist alles wieder dicht und das Dach glitzert in wunderschönem Blau :-)
Samstag, 22. September 2012
Fertigstellung eines Wohnhauses
Im Jahr 2000 kaufte Familie Simon das Grundstück und begann mit dem ersten Spatenstich des 4-Zimmerhauses. Das Fundament konnte sogleich erstellt werden, dann stoppte der Bau. Die Mutter versorgte ihre Familie stets durch einen kleinen Kommerz auf dem Markt und bemühte sich durch zusätzliche Näharbeiten u.ä. etwas Geld für den Bau zur Seite zu legen. Große Sprünge waren jedoch nicht möglich. Beim ersten Zyklon 2004 verlor sie all ihre Ware. Beim zweiten Zyklon im Jahr 2008 wurde zudem das Haus ihrer Schwester, in dem die Familie in der Zwischenzeit mit weiteren Geschwistern wohnte, schwer beschädigt. So legten alle zusammen und das Angesparte floss nicht in den Neubau, sondern in die notwendigen Reparaturarbeiten des alten Schwesternhauses.
2007 trennten sich die Eltern, der Vater zog in die
Hauptstadt, wo er sich im Januar 2010 mit dem nackten Leben aus seinem
angemieteten Zimmer retten konnte. All sein Hab und Gut verlor er in den
Trümmern.
In der Zwischenzeit wurden nach und nach die Grundmauern hochgezogen, doch durch die vielen Jahre Wartezeit begann der Bau bereits wieder zu zerfallen.
In der Zwischenzeit wurden nach und nach die Grundmauern hochgezogen, doch durch die vielen Jahre Wartezeit begann der Bau bereits wieder zu zerfallen.
Dies ist eine von sehr vielen Familiengeschichten in Haiti. Man beginnt eines Tages zu bauen ohne stichfesten Finanzplan. Zusätzliche Naturkathastrophen, Krankheiten oder Todesfälle brauchen die schwer erkämpften Ersparnisse auf. Was aus europäischer Sicht nach reiner Fehlplanung aussieht, ist haitianische reale Abhängigkeit von den unvorhersehbaren Lebensumständen. So ist so manches Haus auch nach 11 Jahren noch nicht ferstiggestellt.
HABITAT-HT erarbeitetete mit Familie Simon einen Finanzierungsplan, vermittelte Sie an gewisse Finanzgeber und beschloss den Bau zu beenden. Da diese Familie nicht unseren Kriterien des spendenbegünstigten Sozialbaus entspricht, wurde ein Vertrag unterzeichnet, wonach HABITAT-HT die kompletten Einlagen durch anteiligen Anspruch (2 Zimmer) an den zukünftigen Jahresmieten rückerstattet bekommt.
| Toilette und Dusche |
| Innenansicht |
| seitliche Eingänge für Untermieter |
Mittwoch, 22. August 2012
Caribbean Hope
Hervè lebte als Waisenkind mehrere Jahre im Kinderdorf der Lebensmission, bevor er über Umwege nach Amerika kam und dort Medizin studierte. Inzwischen hat er die Organisation "Caribbean Hope" gegründet, mit dem Ziel, mehrere Kliniken in der Karibik aufzubauen, um den medizinischen Standard anzuheben. In diesem Prozess, begleitet er immer wieder Einsatzteams, die in Haiti kostenlose Konsultationen vornehmen.
So durften wir 3 amerikanische Medizinstudenten mit einem Arzt willkommen heißen und Nachbarn, Patenschaftsfamilien, Mitarbeiter sowie Waisenkinder einladen, um eine qualitative Gratisuntersuchung zu erhalten. Eine einmalige Gelegenheit. Es kamen über 250 Menschen, die in der Hitze des Sommertages teilweise über 5 Stunden geduldig warteten. Dank der bereits vorhandenen Spenden und der von Caribbean Hope mitgebrachten Medikamenten, konnten über 200 Personen effektiv behandelt werden.
Ein junges Leben berührte uns speziell: Marckendy ist fünf Jahre alt und hat akutes AIDS. Sein Körper leidet seit Monaten an mehreren offenen Infektionen und er ist bereits sichtlich geschwächt. Da sitzt nun dieser bildhübsche kleine Junge mit seinen großen braunen Augen und guckt Dich erwartungsvoll an. Er saugt jede Zuneigung mit solch einem Hunger auf, dass man ihn gar nicht mehr loslassen möchte. Seine Eltern sind bereits an AIDS verstorben. Eine Tante nahm ihn auf, hat jedoch nicht die finanziellen Mittel, um ihn ausreichend zu ernähren, geschweigedenn die nötigen Arztbesuche zu bezahlen. In den staatlichen Krankenhäusern ist die AIDS-Medikamention in Haiti komplett kostenlos, doch die zusätzlichen Infektionen müssen schließlich auch behandelt werden.
So sind wir auf der Suche nach einem Paten, der durch einen monatlichen Betrag Marckendys Leiden erleichtert und die Tante unterstützt, ihn auf seinem Weg würdevoll zu begleiten. Falls Sie daran Freude haben, so setzen Sie sich bitte mit dem Büro der Lebensmission in Landau in Verbindung: Lebensmission@t-online.de
Martina ist -dank sei Gott- inzwischen wieder komplett genesen und fit.
Vielen Dank für all Eure Anteilnahme!
Mittwoch, 8. August 2012
Malaria
Die Laborergebnisse haben den Verdacht bestätigt: Martina hat Malaria.
Neben Dauerschmerzen und wiederkehrendem Fieber bin ich einfach von Herzen froh darüber, dass ich mir einen kompetenten Arzt und entsprechende Medikamente leisten kann!
Zudem werde ich von unserer Kräuterfee Emilia 4x täglich mit einem Blättersud abgeduscht und mit haitianischen Spezialtees versorgt. Durchkämpfen muss sich der Körper eben dennoch...
Neben Dauerschmerzen und wiederkehrendem Fieber bin ich einfach von Herzen froh darüber, dass ich mir einen kompetenten Arzt und entsprechende Medikamente leisten kann!
Zudem werde ich von unserer Kräuterfee Emilia 4x täglich mit einem Blättersud abgeduscht und mit haitianischen Spezialtees versorgt. Durchkämpfen muss sich der Körper eben dennoch...
Dienstag, 7. August 2012
Dienstag, 24. Juli 2012
Schreinerarbeiten
Für ein katholisches Schwesternheim in Gonaives durften wir verschiedenartige Schreinerarbeiten ausführen. So wurden innerhalb von 2 Monaten 4 Einbauküchen, eine große Vitrine, sowie mehrere Einbauschränke gefertigt.
Da HABITAT-HT mehrere Schreinermeister beschäftigt, sind wir sehr flexibel was Arbeitsaufträge angeht. Nicht nur Häuser, auch Innenausbau und Möbel können wir qualitativ anbieten. Durch diese Flexibilität erhoffen wir uns die stetige Vermittlung unserer Mitarbeiter in Arbeit, was unser vorrangiges Ziel ist. Ohne Arbeitsplätze gibt es keinen Lohn, keine Entwicklung und somit keine Nachhaltigkeit in Haiti.
Da HABITAT-HT nicht ewiglich auf Spenden angewiesen sein soll, verfassen unsere Ingenieure und Schreiner regelmäßig individuelle Angebote. Unsere deutsche Qualitätsarbeit ist jedoch meist etwas teurer als so mancher haitianische Schreiner oder Bauleiter (der ev. dann doch die Hälfte des Stahls oder anderweitig wichtiges Material nicht einbaut,...), doch garantiert langlebiger und so hoffen wir langfristig auf dem Markt zu überzeugen.
Ein Folgeauftrag für Möbel wird zur Zeit noch mit den katholischen Schwestern diskutiert.
Da HABITAT-HT mehrere Schreinermeister beschäftigt, sind wir sehr flexibel was Arbeitsaufträge angeht. Nicht nur Häuser, auch Innenausbau und Möbel können wir qualitativ anbieten. Durch diese Flexibilität erhoffen wir uns die stetige Vermittlung unserer Mitarbeiter in Arbeit, was unser vorrangiges Ziel ist. Ohne Arbeitsplätze gibt es keinen Lohn, keine Entwicklung und somit keine Nachhaltigkeit in Haiti.
Da HABITAT-HT nicht ewiglich auf Spenden angewiesen sein soll, verfassen unsere Ingenieure und Schreiner regelmäßig individuelle Angebote. Unsere deutsche Qualitätsarbeit ist jedoch meist etwas teurer als so mancher haitianische Schreiner oder Bauleiter (der ev. dann doch die Hälfte des Stahls oder anderweitig wichtiges Material nicht einbaut,...), doch garantiert langlebiger und so hoffen wir langfristig auf dem Markt zu überzeugen.
Ein Folgeauftrag für Möbel wird zur Zeit noch mit den katholischen Schwestern diskutiert.
Dienstag, 3. Juli 2012
Naturgewalten
| Unsere Straße |
Die Saison der Zyklone auf Haiti hat begonnen. Plötzlich aufbrausende heftige Stürme und Regengüsse überraschen uns nun schon zum dritten Mal. Emotional erwarte ich immer noch ein europäisches kuscheliges Zu Hause während es draußen tobt und regnet. Doch die haitianische Realität lehrt mich etwas Anderes.
Auf dem Kinderdorfgelände sind heute 3 Bäume abgebrochen bzw. umgestürzt, Wasser dringt in undichte Fenster und Dächer ein, Strom fällt natürlich augenblicklich aus (kein Licht, kein Fernseher, kein Radio, kein Internet ). Ehrlich gesagt ist das Kerzenlicht nur so lange romantisch, so lange man sich sicher sein kann, dass im Bedarfsfall das elektrische Licht funktioniert. Statt europäischer Gemütlichkeit bangen die Menschen um uns und in ihren Gesichtern kann man die bereits durchlebten Schreckenserfahrungen ablesen. Gonaives wurde in den letzten 5 Jahren von 2 heftigen Zyklonen zu 80% überschwemmt. Viele Menschen haben ihr Leben gelassen, die meisten ihr Hab und Gut verloren.
Unsere Straße ist wie alle Nachbarsstraßen mit riesigen Wasserseen überschwemmt, die bis zu einer Woche nach dem Regen anhalten und vielzählige Krankheiten verbreiten, sowie den verhassten Moskitos als Brutstätte dienen. Das Kanalsystem wird zwar ausgebaut, ist jedoch noch längst nicht fertig, andernorts mit Müll verstopft oder schlichtweg fehlkonstruiert. Die Bauarbeiten wurden seit 4 Monaten gestoppt, da die amerikanische Firma mit den Gebern der Entwicklungshilfe streitet. So dringt Wasser in unzählige Höfe und Häuser ein, Betten, Möbel und jegliches Hab und Gut steht über Tage hinweg im Wasser bzw. Müllschlamm. Fotos hiervon zu machen, das würde mich beschämen. So greifen wir zum Eimer und helfen Freunden Wasser aus ihrem Haus zu schöpfen und beherbergen eine Frau mit 2 Kleinkindern, deren Zimmer komplett mit Wasser gefüllt ist.
Bisher kommentierten die Haitianer dies als nur kleine Zyklone. Ehrlich gesagt bin ich nicht wild darauf zu erleben, wenn die Landsleute es als schlimmen Zyklon bezeichnen müssten. Doch gegen Naturgewalten kann man sich im Idealfall vorher nach eigenen Möglichkeiten rüsten, aufhalten werden wir sie nicht können.
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